Kurzchronik der Musikkapelle

Ramsau am Dachstein

 

Aus der Fortführung einer Spieltradition, deren Wurzeln in der Freude an der Volksmusik lagen, ergab sich zweifellos die Gründung der Musikkapelle Ramsau am Dachstein. So fasste im Herbst 1925 der Organist der Kirchengemeinde Ramsau, Josef Tritscher vlg. Steinbauer, mit seinem Vater Matthias Tritscher und einigen Freunden der einstigen Ramsauer Tanzmusik, den Entschluss zur Gründung einer Musikkapelle.
Anfangs gab es noch keine statutengemäße Vereinsarbeit- man war vielmehr auf den Idealismus der Musiker angewiesen.  Auch das Geld für Instrumente musste aus der eigenen Tasche aufgebracht werden, was oftmals die Schlägerung einiger Festmeter Holz bedeutete.

Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über die Aktivitäten der Kapelle sind in einem Protokoll- und Kassabuch zu entnehmen, das mit dem Jahr 1925 beginnt. Nach dem Entschluss zur Gründung einer Musikkapelle folgte schließlich am 03. Jänner 1926 eine offizielle Gründungsversammlung mit der Festlegung der Vereinsstatuten. Die Proben fanden am Sonntagnachmittag in der Steinbauerstube statt. Zunächst wurden nur Märsche einstudiert die bei Ausrückungen, wie etwas für den Kameradschaftsbund, oder bei Hochzeiten und Begräbnissen gespielt wurden. Ab dem Jahre 1928 gibt es Aufzeichnungen über Platzkonzerte, die abwechselnd in Ramsau- Ort und beim Kulmwirt stattfanden.
 

Der Gründungskapellmeister der TMK Ramsau am Dachstein Sepp Tritscher

 

Ab dem Jahre 1930 wurde auf dem „Söller“, später dann im Gastzimmer des Kirchenwirtes geprobt.  Natürlich wurde auch die Geselligkeit unter den Musikern gepflegt, und Wanderungen sowie Ausflüge in die nähere Umgebung unternommen. Folgt man den weitern Eintragungen im Kassabuch, so erfährt man, dass mit der Veranstaltung von Musikerkränzchen, Sommerfesten und Tombolas die Beschaffung von Instrumenten finanzierte.

Der "Kirchenwirt", wo nach 1930 die Musikproben stattfanden

Durch den Ausbruch des zweiten Weltkrieges verstummten zwangsläufig die Instrumente und erst zehn Jahre nach Kriegsbeginn, im Jahre 1949, gruppierte sich die Musikkapelle Ramsau unter dem Lehrer Sepp Krempl neu. Gestärkt durch den Idealismus der Musiker wagte man sich schließlich in den 50er Jahren auch an größere Veranstaltungen, wie das 25-jährige Gründungsfest, einen Blumenkorso, oder eine Tombola heran.


Einen wesentlichen Beitrag zur Hebung der Leistungsstärke bildete der Beitritt der Kapelle zum Musikbezirk Gröbming des Bundes steirischer Blaskapellen im Jahre 1953. In diesem Jahr folgte die erstmalige Teilnahme an einem Bezirksmusikfest, welches in Gröbming stattfand und bei welchem die Musiker bei einem Wertungsspiel ihr Können unter Beweis stellten. In den Jahren 1965, 1970 und 1993 hatten die Ramsauer selbst die Gelegenheit, ein Bezirksmusikfest durchzuführen.

Schließlich wurde der Beschluss gefasst, einen „Musikverein Ramsau am Dachstein“ zu gründen, welcher im Mai 1954 durch die Behörden in Graz genehmigt wurde. Durch die großzügige Unterstützung der Gemeinde und der Ramsauer Bevölkerung war es in den folgenden Jahren möglich, eine Reihe von Leistungen erbringen die beachtenswert sind. Zum Beispiel die Neueinkleidungen in den Jahren 1956, 1971 und 1998, der Bau des Musikerheims in der Rekordzeit von nur 15 Wochen ermöglicht durch außerordentliche Leistungen aller Musiker, die Neuinstrumentierung der gesamten Kapelle seit 1981, und schließlich der Ausbau eines Vereinsraumes im Musikerheim 1988. Heute stellt die Musikkapelle Ramsau am Dachstein als Kulturträger der Gemeinde einen unverzichtbaren Teil der Ortsgemeinschaft dar.
 

Neben den zahlreichen Saal-und Platzkonzerten, Hochzeiten, Bezirksveranstaltungen, Geburtstagsfeiern und Begräbnissen, findet seit dem Jahre 1961 ohne Unterbrechung das traditionelle Herbstkonzert auf der „Türlwandhütte“ statt. Ebenso werden die offiziellen Veranstaltungen der Tourismus-und Sportgemeinde Ramsau musikalisch umrahmt.

Mit einer Stärke von 47 Musikern, aus denen sich auch noch sechs kleine Musikgruppen rekrutierten, tritt die Musikkapelle Ramsau am Dachstein durchschnittlich 100 Mal im Jahr zusammen. Der heutige Vorstand der Musikkapelle Ramsau, unter Kapellmeister Ronny Dornig und Obmann Matthias Schrempf, konzentriert sich besonders auf die Ausbildung der Musikjugend und legt in der Auswahl der Literatur großen Wert auf die Pflege der bodenständigen Blasmusik aus unserem Heimatland.

 

Die drei wichtigsten Personen in unserer Musikkapelle

 

 Obmann Mathias Schrempf

Kapellmeister Ronny Dornig

Stabführer Mathias Schrempf